-you too must
seek the sun...

geister des dachgartenwaldes wartet nicht auf mich; ich schlafe aus und schaue was passiert! geister des waldgartendaches, sonnt euch mit mir in der schneebedeckten sonne,scheut euch bitte nicht, ich werde ganz still sein-

Die Stille da draußen bleibt bis sie jemand mit einem Ruf, einem Schrei auseinanderdrückt aber sie schnappt dann zurück, Vorsicht verehrtes Publikum!

TA

Um mich

Verheissung

der weißen Stadt

An sich 

Begleitung

des Nimmersatt;

Vor mir entspannt

ungenannt

weingefüllte Lebensrebe

Flächenbrand;

und am Strand,

sonnenbetankt

Lebenstretminen

unerkannt

Von hier aus will ich zu Fuß weitergehen,
will nichts mehr nutzen das mich vorwärtsbringt
“Du brauchst etwas schnelleres, du kommst sonst zu spät!”
“Zu spät? Wohin?”
“Zu spät, Zu spät!”

Ich will barfuss weiter gehen, über
spitze Steine und die
reißenden Scherben der Nacht
“Du stirbst, Du stirbst, treibst bald verblutend im Fluss der Zeit!”
“Wohin, Wohin?”
“Zu spät!”
“Wieso?”
“Du stirbst, Du stirbst!”

Von hier aus will ich meinen Augen
nicht mehr trauen, will dir,
braunäugiges Kind mit der Feuerseele, folgen,
will deinem Geruch nachtaumeln,
der mir manchmal von den knorrenden Bäumen
entgegengeweht wird
“Du bist blind, Du bist blind! Was ist deine Meinung? WAS IST DEINE MEINUNG?”
“Ich bin blind! Es gibt nichts zu sehen für mich in dieser Theaterwelt.”

Von hier an will ich nicht mehr denken
es nutzt mir nichts, das Denken,
es ist geeicht auf die Verhältnisse der Zeit
“Du Kind! Du Kind!”
“Ich bin ein Kind. Ihr seid rational-theatralische Akteure in eurem falschen Welttheater” 

Von hier an will ich nicht mehr sprechen
Es sind nur Namen, die ich spreche,
Definitionen, die die Dinge umfassen und
sie kalt machen und sichtbar
Ich will nicht betrachten, will nicht sprechen 

Von hier an will ich nicht mehr weitergehen
Ich will nur stehen im 
Rauschen der Zeit
und meinem Wachsen zuhören-

Einsame Welt, Einsame Schienen!
In der Tram auf den Schienen der Nacht

Pelzgehäuse, Menschenfüllung

Langeweile

Schlangenweihe

Das Emotionsverbot

schlafbedroht

Das Ziel entpuppt sich als ein Kreis

Ich verliere meine Basis

kippe nach vorne, nach vorne!

kopfüber

in roten Wein, rot! rot!

Chen (Bialik) Blvd

Ihr
alten Bäume,
mit euren knorrigen Bärten
um eure weisen Leiber geschlungen
Ihr tadelt mich, rauschend heruntergebeugt
wenn ich betrunken zwischen euch schwanke

Ihr
alten Bäume,
verharrt
seit einer Million Jahre in der Erde
seht alles, ertragt alles
es kommt euch nicht in den Sinn
nicht mehr zu wachsen

Eure Brüder stehen in Parkbänke gehämmert
um euch herum
Die metallenen Bankfüße trennen ihre Überreste
von der Erde
Und ihr bleibt stehen, werdet
älter und älter und älter
Eure Bärte um euch geschlungen
im langsamen Sonnentanz

Ihr
alten Bäume,
ich komme zu euch, will lernen
von eurer Art des Lernens
ihr bleibt stumm
ich bin euch kaum würdig
Ihr alten Bäume
Wer soll euch würdig sein?

Ihr
grünen Bäume,
eure Geduld ertrage ich nicht
folge wieder der Raserei 
und ihr bleibt stumm
und schüttelt eure Bärte über mich

Ihr
bärtigen, heiligen Bäume
Vogelschreine, Hundeschreine
und dann nur
MenschenSCHREIE
um euch

Ihr unendlichen Bäume
wachst wie ich in euern Tod hinein
greift nicht nach der Sonne
die Sonne greift nach euch, sie
braucht euch
wie ich euch brauche

Euch alten,allwissenden,sprießenden, unschuldigen Bäume! 

Tiberianischer Sonnenaufgang

Und plötzlich erscheint sie wieder, über den Rand des Gebirges fliegend, an dessen mächtigem Fuß ich in meinem kümmerlichen Zelt schlafe, sie klopft mir an den Kopf und weckt mich aus meinen Träumen, meiner schummrigen Schwummer-Welt…

du, unbekanntes,
das du da wartest hinter den hügeln
meiner gedanken und mich rufst.
ich kann dich hören, aber du zeigst
dich nicht und wartest doch auf mich

du, unbekannte göttin des feuerhimmels,
die du deinen gluteisernen ofen
jeden abend
 in brand steckst und meine gedanken mit.
ich kenne dich und weiß doch nichts von dir
du bist mir fern und nah zugleich

ihr, unbekannten,
die ihr auf fernen hügeln sitzt und 
nach den sternen springt und greift und schreit.
die ihr wie ich vor lauter sprung 
den boden vergesst und in der leere hängenbleibt

du, unbekannter flötenspieler,
der du dünne linien deiner seele
in die insektendurchflogene nacht spielst.
der du deine flöte verschluckst wie
ich meinen kopf

ihr lichtgestalten meiner trappelnden existenz-
ihr nehmt mich bei der hand und wir
üben uns im laufen zusammen
ihr seid genauso schwach wie ich und doch
ergibt sich aus dem tanz unserer stumpfen augen
die möglichkeit eines funkensturms

wir stehen zusammen auf dem dünnen ast der gegenwart, hinter uns die vorhölle, die wir angesengt überlebt haben, unter uns das heulen der fabriken und der universitäten, das totschweigende angebot der computerbürofriedhöfe und die giftige einfache verlockung der grünen isolation.
vor uns das unbekannte tosen, der schlangendurchwachsene urwald, tornadoeske wüsten, in denen wir ein sandkorn finden müssen. es ist einfach, sich hinunterzustürzen in die freundlichen, gierigen mäuler und in schlaf zu versinken… 

Ein Café der Spieler, das normalerweise auch eins der Trunkenbolde wäre, wenn der Alkohol nicht aus den Köpfen und den Läden der Menschen verbannt wäre, hier in dieser zerissenen Stadt südlich von Jerusalem, in die der goldene Schein der Kuppeln jedoch, vom Beton erfasst und abgefangen, kaum dringt. Klapprige Baststühle mit wuchtigen Sitzkissen scharen sich um gläserne Tische, auf denen sich die Karten hin und her bewegen, die Nargileh-gefärbten Gedanken der Menschen mit ihnen. Die Straße sitzt beinahe mit im Café, eingeladen durch die großen verwischten Türen, durch die Schüsse oder Steine ebenfalls eintreten können. Auf Plastikstühlen sitzend kommen ein paar junge schwarzhaarige Kerle in die Runden, der Fernseher düdelt vor sich hin, niemand beachtet ihn. Von der Decke hängen Glasperlen-Kronleuchter, unterbeschäftigt weil abgelöst durch zwei grinsende Neon-Leuchten, die an den schmucklosen Wänden kleben. Runden lösen sich auf in ihre menschlichen Bestandteile, eine Waffe mit Mensch tritt ein und bestellt einen Kaffee. Lungen füllen sich mit süßlichem Wasserpfeifen-Rauch, Kaffees leeren sich und erneuern sich nahezu von alleine. Die kalte Nacht lauert draußen vor den Türen, sie wittert eine Chance, wenn jemand eintritt und streckt eine eisige Klaue nach den Menschen.
Ein junger schwarzhaariger Kerl springt von seinem Stuhl auf, er brüllt ein paar wütende arabische Worte, dann lacht er und setzt sich wieder hin, alle Streitigkeiten gehen unter in seinem stoßweise hervortretenden Lachen, im Fernseher singen einsame Frauen über heldenhafte arabische Männlichkeiten, eine folgt auf die andere, ihr Leiden hört nie auf… 

Iberische Küste

Wellen rennen wie Geister maurischer Seefahrer
gegen den Sandstrand an
endlose Kraft, unendliche Weisheit
Angelruten,
schüchtern die Berührung suchend 
mit dem salzigen Gott
binden ihre Menschen fest
an iberische Küsten-

Weiß bemalte Poeten mit mächtig rollenden Augen singen Lieder über taumelnde Systeme . Das Kreischen ihrer Instrumente drückt ihre eigene Dialektik aus hassendem Spott und spötischer Liebe zur Ganzheit des Seins und seinem staatlichen Überbau aus. Die schmalen Treppen herauf tröpfelt komödiantisches Gelächter & Geklatsche, angeregt von schalem Spaß über alltäglichen Wahnsinn. Der komödiantische Lärm fließt um drei dunkle Ecken Richtung Sonnenlicht und wird an der Türschwelle, an denen sich die Marktschreier der Shows die Füße wund stehen, von dem Lärm der Karosserie überfahren und zu scheuem Lärmpartikelstaub zermahlen…