du, unbekanntes,
das du da wartest hinter den hügeln
meiner gedanken und mich rufst.
ich kann dich hören, aber du zeigst
dich nicht und wartest doch auf mich
du, unbekannte göttin des feuerhimmels,
die du deinen gluteisernen ofen
jeden abend in brand steckst und meine gedanken mit.
ich kenne dich und weiß doch nichts von dir
du bist mir fern und nah zugleich
ihr, unbekannten,
die ihr auf fernen hügeln sitzt und
nach den sternen springt und greift und schreit.
die ihr wie ich vor lauter sprung
den boden vergesst und in der leere hängenbleibt
du, unbekannter flötenspieler,
der du dünne linien deiner seele
in die insektendurchflogene nacht spielst.
der du deine flöte verschluckst wie
ich meinen kopf
ihr lichtgestalten meiner trappelnden existenz-
ihr nehmt mich bei der hand und wir
üben uns im laufen zusammen
ihr seid genauso schwach wie ich und doch
ergibt sich aus dem tanz unserer stumpfen augen
die möglichkeit eines funkensturms
wir stehen zusammen auf dem dünnen ast der gegenwart, hinter uns die vorhölle, die wir angesengt überlebt haben, unter uns das heulen der fabriken und der universitäten, das totschweigende angebot der computerbürofriedhöfe und die giftige einfache verlockung der grünen isolation.
vor uns das unbekannte tosen, der schlangendurchwachsene urwald, tornadoeske wüsten, in denen wir ein sandkorn finden müssen. es ist einfach, sich hinunterzustürzen in die freundlichen, gierigen mäuler und in schlaf zu versinken…